Begriff

Proktologie: aus dem Grichischen proktos = After und logos = Wissenschaft. Lehre der Erkrankungen des Anus (Afters) und des Rektums (Mastdarms)

Anoskopie / Rektoskopie: Untersuchung des Anus (Afters) bzw. des Rektums (Mastdarms) mit starren Rohren, sog. Anoskopen bzw. Rektoskopen

Prostoskop
häufige Krankheitsbilder
Hämorrhoiden Vergrösserte Venengeflechte im inneren Analkanal
Analfissuren Schmerzhafte Risse der Haut im Analkanal
Hämorrhoidalthrombosen Thrombosierung von äusseren Hämorrhoiden-Venen
Marisken Störende vergrösserte Hautlappen am After
Analekzem akute oder chronische entzündliche Reizung der Aftergegend
Analkarzinom Bösartige Wucherung im Analbereich

Hämorrhoiden

Die normalen inneren Hämorrhoidalvenengeflechte dienen der Feinabdichtung des Afters. Bei entsprechender Disposition (genetische Anlage, Bindegewebsschwäche) kann es zu einer Ausweitung dieser Geflechte kommen, es bilden sich innere Haemorrhoiden. Diese können durch Störung der Feinkontinenz zu Reizzuständen und Ekzemen im Afterbereich führen und häufig bluten. Manchmal kommt es auch zu einem Störenden Prolaps, dh einem Austreten von grösseren Hämorrhoidenknoten durch den Anus. Die äusseren Hämorrhoiden-Venen können schmerzhafte Thrombosen verursachen

HaemorrhoidenSchema Hämorrhoiden

Hämorrhoiden-Behandlung

die Entfernung der Hämorrhoiden kann mit diversen Methoden erreicht werden
1.

Infrarotkoagulation

Verödung der die Hämorrhoidalvenen speisenden Arterien führt zur Hämorrhoidenrückbildung
2.

elastische Ligatur

Verschluss der zuführenden Arterie führt zur Hämorrhoiden-Rückbildung / Abbinden des Hämorrhoidalknotens, der abstirbt.
3.

Ligatur

mit Ultraschalllokalisation

Verschluss der zuführenden Arterie führt zur Rückbildung der Hämorrhoide
4.

Stapler-

Hämorrhoidektomie

Entfernung des gesamten Hämorrhoiden-enthaltenden Schleimhautsegments im distalen Mastdarm. Günstig bei zusätzlichem Schleimhautvorfall
5.

klassische Operation

(3-Zipfel-Hämorrhoidektomie)

direkte operative Entfernung der Hämorrhoidalknoten, Verschluss der zuführenden Arterie
1.-3. sind sog. physiologische Verfahren, dh. sie lassen die normale Anatomie erhalten. 1. und 2. sind ambulant problemlos durchführbar und können beliebig wiederholt werden. 3. ist apparativ etwas aufwendiger, kann aber im Prinzip auch mehrfach wiederholt werden. Bei 4. und 5. handelt es sich um sogenannte destruktive Verfahren, dh. die Anatomie ist nach dem Eingriff verändert, mit Bildung von Narben. Vorteil: bei ausgeprägten Hämorrhoiden besser und vor allem schneller wirksam.